PM: Kein Sonderfall: Statement der Bundesstudierendenvertretung zu Sachsen-Anhalt
Jonathan Dreusch | fzs
jonathan.dreusch at fzs.de
Mo Sep 7 16:21:46 CEST 2026
Sehr geehrte Medienschaffende,
Hochschulen und Wissenschaft hat die AfD zu einem besonderen Ort ihres
Kulturkampfes auserkoren.
Der Vorstand des fzs äußert sich daher nach der Landtagswahl in
Sachsen-Anhalt in folgendem Statement, das Sie auch hier auf unserer
Website finden https://www.fzs.de/2026/09/07/statement-zur-wahl-in-lsa/
Für Rückfragen stehe ich im Auftrag des Vorstands zur Verfügung (m.: +49
1716465758 <tel:+491716465758>)
Mit freundlichen Grüßen
Jonathan Dreusch
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Kein Sonderfall: Statement zur Wahl in Sachsen-Anhalt
Was sich mit dem Wahlsieg der AfD in Sachsen-Anhalt
herauskristallisiert, ist kein regionales Phänomen, sondern Vorbote
eines bundesweiten Trends, dem sich der fzs lautstark entgegenstellt.
Monatelang haben sich Studierende Sorgen gemacht um ihre Zukunft in
diesem Bundesland. Mit dem Ende des Wahlkampfes, sind ihre Befürchtungen
Realität geworden: Der Wahlsieg der AfD stellt für Studierende vor Ort
eine akute Bedrohung dar.
*Die Bedrohung für die studentische Selbstverwaltung ist real.* Bereits
im April 2026 gab es im Landtag einen Antrag der AfD, der ihre
Abschaffung in Sachsen-Anhalt vorsah. Auch im Regierungsprogramm des
als „gesichert rechtsextrem“ geltenden Landesverbandes wird offen davon
gesprochen, den „Einfluss der Studierendenräte“ zurückdrängen zu wollen,
indem eine freie Studierendenvertretung abgeschafft wird. Damit ist die
AfD eine direkte Gefahr für die Mitbestimmung, Meinungsbildung und
Lebensgrundlage von Studierenden. Denn die Abschaffung von studentischer
Selbstverwaltung ist nicht nur antidemokratisch und entmündigend, sie
trifft ganz besonders die Schwächsten im Bildungssystem, wie
BAföG-Empfänger*innen und ausländische Studierende, für die sich
Studierendenräte in besonderem Maße einsetzen. Das Programm der AfD
rückt das Ideal der Bildungsgerechtigkeit so dauerhaft in unerreichbare
Ferne.
Der Angriff der AfD endet nicht bei den Studierendenvertretungen,
sondern betrifft das gesamte Hochschulsystem. Die Partei will kritische
Wissenschaft jeglicher Disziplinen unmöglich machen und die Hochschulen
für ihr völkisches, antiintellektuelles Programm missbrauchen. Unsere
Solidarität gilt daher auch allen demokratischen Hochschulleitungen,
Lehrenden und Forschenden in Sachsen-Anhalt. Die Verteidigung der
akademischen Freiheit ist unser gemeinsamer Kampf.
*Doch dies ist keine Bedrohung, die an der Landesgrenze endet.* Die AfD
verfolgt ihre Angriffe auf Studierende nicht nur in Sachsen-Anhalt,
sondern in der gesamten Bundesrepublik. Parallel dazu steht sie in den
Wahlumfragen in allen Bundesländer so stark da wie nie zuvor und lässt
die CDU auch im Bundestrend weit hinter sich. Solche Entwicklungen
fallen nicht vom Himmel: Sie werden befeuert von Politiker*innen, die
Sozial- und Bildungsausgaben unter das Existenzminimum kürzen, steigende
Mietpreise befeuern und auch kleine Fortschritte wie das Deutschland-
und Semesterticket stetig unbezahlbarer machen. Wer diese Kürzungen bei
Hochschulen, BAföG und studentischer Infrastruktur normalisiert,
bereitet den Boden für die Machtübernahme antidemokratischer Kräfte.
Von der Infragestellung der Klimakatastrophe und dem geforderten Stopp
des Ausbaus erneuerbarer Energien bis zur angekündigten Streichung von
Fördergeldern für gemeinnützige Vereine hat das Wahlprogramm der AfD
Konsequenzen weit über die Hochschulpolitik hinaus. Sie schadet dem
Klimaschutz, befördert Rassismus und zerstört gesellschaftliches
Engagement und demokratische Teilhabe. Diese Entwicklungen spüren wir an
den Hochschulen mindestens genauso stark wie in jedem anderen Teil der
Gesellschaft und die Menschenfeindlichkeit, für die die Politik der AfD
steht, betrifft uns und unsere Kommiliton*innen direkt im Studium und im
Privatleben.
Wir stehen daher nicht nur an der Seite aller, die sich aktuell in
Sachsen-Anhalt in der Studierendenrätekonferenz, den Studierenden- und
Fachschaftsräten engagieren und für Wissenschaftsfreiheit einsetzen. Wir
stehen auch an der Seite derjenigen, die heute und in Zukunft unter dem
menschenverachtenden Weltbild der AfD leiden. Wir werden nicht dabei
zusehen, wie unsere Rechte und Freiheiten Stück für Stück abgebaut
werden. Lasst uns gemeinsam eine faschistische Regierung verhindern! In
Sachsen-Anhalt und überall!
*Hochschulpolitik muss praktisch werden!*
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Jonathan Dreusch (er/ihn)
Politischer Geschäftsführer
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überparteiliche Dachverband von Studierendenschaften in der BRD. Mit 100
Mitgliedern vertritt der fzs mehr als eine Million Studierende. Der fzs
ist Mitglied im europäischen Studierendendachverband ESU - European
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Versprochen ist versprochen: Das BAföG muss jetzt gerettet werden.
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