PM: Breites Bündnis aus 16 Organisationen fordert Aus für das Wissenschaftszeitvertragsgesetz (WissZeitVG)
Maximilian Wimmer
maximilian.wimmer at fzs.de
Mo Sep 7 11:32:01 CEST 2026
Sehr geehrte Medienschaffende,
ein breites, bundesweites Bündnis aus 16 Organisationen, darunter der
freie zusammenschluss von student*innenschaften (fzs), die GEW und der
DGB, stellt sich geschlossen gegen den aktuellen Regierungsentwurf zur
Novellierung des Wissenschaftszeitvertragsgesetzes (WissZeitVG). Der
Entwurf zementiert nach Ansicht des Bündnisses die prekären
Beschäftigungsbedingungen und die Dauerbefristung an Hochschulen weiter.
Das Bündnis fordert stattdessen die vollständige Abschaffung des
Sonderarbeitsrechts für die Wissenschaft und einen grundlegenden
Paradigmenwechsel hin zu „Dauerstellen für Daueraufgaben". Eine
begleitende Online-Petition verzeichnet bereits über 68.000
Unterzeichnende. Die Kernforderungen des gemeinsamen Positionspapiers
finden Sie in der untenstehenden Pressemitteilung.
Rückfragen können gestellt werden an:
_Maximilian Wimmer, fzs-Referent für gute Lehre und Arbeitsbedingungen
an Hochschulen_
maximilian.wimmer at fzs.de
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Pressemitteilung: Breites Bündnis fordert Aus für das
Wissenschaftszeitvertragsgesetz
Regierungsentwurf schreibt Dauerbefristung fort - große Resonanz auf
Online-Petition
Berlin, 07.09.2026.
Das „Bündnis gegen Dauerbefristung in der Wissenschaft" stellt sich
geschlossen gegen den aktuellen Regierungsentwurf der Bundesregierung
zur Novellierung des Wissenschaftszeitvertragsgesetzes (WissZeitVG). Der
Gesetzentwurf enthalte zwar einzelne Verbesserungen wie
Mindestvertragslaufzeiten und die Gleichstellung von
Drittmittelbeschäftigten beim Nachteilsausgleich, er stelle aber den
Arbeitgebern weiter einen Persilschein zur Dauerbefristung aus. Anstelle
der überfälligen Strukturreform zementiere der Regierungsentwurf somit
die prekären Beschäftigungsbedingungen an Hochschulen und
Forschungseinrichtungen. Ein breites Bündnis aus 16 Organisationen -
Gewerkschaften, Betriebs- und Personalräte, Studierenden-,
Promovierenden- und Beschäftigtenvertretungen - fordert stattdessen die
vollständige Abschaffung des Sonderarbeitsrechts für die Wissenschaft.
Eine begleitende Online-Petition des Bündnisses verzeichnet bereits über
68.000 Unterzeichnende.
Bei Befristungsquoten von rund 80 Prozent unter Wissenschaftler*innen
ohne Professur und Vertragslaufzeiten von durchschnittlich unter 1,5
Jahren verlangt das Bündnis einen grundlegenden Paradigmenwechsel:
Wissenschaft sei kein Ausnahmefall, sondern ein normaler Beruf.
Daueraufgaben in Forschung, Lehre, Betreuung, Management und Transfer
müssten auf Dauerstellen erbracht werden. Zugleich lehnt das Bündnis die
separat geplante Ausweitung der sachgrundlosen Befristung im allgemeinen
Arbeitsrecht auf bis zu vier Jahre ab.
Die Kernforderungen des Positionspapiers im Überblick:
* Abschaffung des WissZeitVG und Stärkung der Tarifautonomie:Das
Sonderarbeitsrecht für die Wissenschaft muss ersatzlos gestrichen
werden. Mit dem Wegfall der Tarifsperre können Gewerkschaften und
Arbeitgeber verlässliche Befristungsregelungen wieder tarifvertraglich
vereinbaren.
* Besondere Qualifizierungsbefristung nur noch bis zur
Promotion:Besondere gesetzliche Befristungsregelungen darf es
ausschließlich für die Promotion oder eine entsprechende künstlerische
Qualifizierung geben, etwa in Form eines Promotionsfördergesetzes. Die
Vertragslaufzeit muss in der Regel sechs, mindestens aber vier Jahre
betragen. Mindestens 50 Prozent der regelmäßigen Arbeitszeit einer
Vollzeitstelle müssen für die eigene Qualifizierung zur Verfügung
stehen. Ein verbindlicher Nachteilsausgleich bei Pflege, Elternzeit,
Kinderbetreuung, Mutterschutz, Erkrankung oder Behinderung muss greifen.
* Dauerstellen für Postdocs: Die Promotion schließt die
wissenschaftliche Qualifizierung ab. Für promovierte
Wissenschaftler*innen gelten das allgemeine Arbeitsrecht und
Tarifverträge mit dem Grundsatz der unbefristeten Beschäftigung.
* Kein Sonderbefristungsrecht bei Drittmittelfinanzierung: Die
besonderen Befristungsmöglichkeiten bei Drittmittelfinanzierung
entfallen_._
* Absicherung studentischer Beschäftigter: Studentische Beschäftigte
sollen grundsätzlich unbefristet beschäftigt werden. Bei
wissenschaftlichen oder künstlerischen Hilfstätigkeiten kann die
Exmatrikulation eine auflösende Bedingung des
Beschäftigungsverhältnisses darstellen.
Das Bündnis fordert Bundesforschungsministerin Dorothee Bär (CSU), den
Deutschen Bundestag und die Länder auf, im weiteren
Gesetzgebungsverfahren einen grundlegenden Paradigmenwechsel einzuleiten
und das WissZeitVG abzuschaffen. Am heutigen Montag, 7. September, berät
der Ausschuss für Kulturfragen des Bundesrates den Regierungsentwurf und
bereitet die Stellungnahme der Länderkammer vor. Das Bündnis erwartet
von den Ländern ein klares Signal für verlässliche
Beschäftigungsbedingungen und gegen die Fortsetzung des
wissenschaftsspezifischen Sonderbefristungsrechts.
Das Positionspapier wird unterstützt von: Arbeitnehmerkammer Bremen |
Arbeitskammer des Saarlandes | Bundeskonferenz der Frauen- und
Gleichstellungsbeauftragten an Hochschulen e.V. (bukof) | Bundesverband
Promovierende e.V. | Bundesweites Netzwerk Studentischer
Tarifvertragsinitiativen (TVStud) | Deutscher Gewerkschaftsbund (DGB) |
Deutsche Gesellschaft Juniorprofessur e.V. (DGJ) | freier
zusammenschluss von student*innenschaften (fzs) | Gesamtbetriebsrat der
Max-Planck-Gesellschaft | Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW)
| Network of Doctoral Researcher Networks (N²) | Netzwerk für Gute
Arbeit in der Wissenschaft (NGAWiss) | Netzwerk nachhaltige Wissenschaft
| Personal- und Betriebsräte der Leibniz-Gemeinschaft -
Koordinierungsgruppe (PBL) | Thesis e.V. | Vereinte
Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di)
Weiterführende Informationen:
* Positionspapier:https://kurz.gew.app/popa-wisszeitvg
* Online-Petition: campact.org/dauerbefristung [1]
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Maximilian Wimmer (er/ihn)
Referent für gute Lehre und Arbeitsbedingungen an Hochschulen
freier zusammenschluss von student*innenschaften fzs e.V.
Der freie zusammenschluss von student*innenschaften (fzs) e.V. ist
der überparteiliche Dachverband von Studierendenschaften in der BRD. Mit
100 Mitgliedern vertritt der fzs mehr als eine Million Studierende. Der
fzs ist Mitglied im europäischen Studierendendachverband ESU - European
Students' Union und im Global Students' Forum.
maximilian.wimmer at fzs.de
www.fzs.de [2]
Wöhlertstr. 19, 10115 Berlin
Versprochen ist versprochen: Das BAföG muss jetzt gerettet werden.
Unterschreibt unsere Petition und teilt sie in eurer Hochschule weiter!
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Links:
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[1]
https://weact.campact.de/petitions/stoppt-die-dauerbefristung-in-der-wissenschaft-1
[2] https://www.fzs.de/
[3] https://www.facebook.com/fzs.de
[4] https://www.linkedin.com/company/fzsev/
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[6]
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