PM: BAföG-Novelle im Bundestag: Kritik ignoriert, Verbesserungen verschleppt, Verschlechterungen durchgedrück
Katharina Rummenhöller
katharina.rummenhoeller at fzs.de
Do Okt 15 13:21:46 CEST 2026
Sehr geehrte Medienschaffende,
heute wurde die 30. BAföG-Novelle in erster Lesung im Bundestag beraten.
Der freie zusammenschluss von student*innenschaften (fzs) e.V.
kritisiert, dass die Bundesregierung die Einwände aus der
Verbändeanhörung weitgehend ignoriert, dringend notwendige
Verbesserungen keine Priorität einräumt sowie Verschlechterungen plant.
Rückfragen zur untenstehenden und angehängten Pressemitteilung können
gestellt werden an:
Rahel Schüssler, fzs-Referentin für BAföG und studentisches Wohnen:
rahel.schuessler at fzs.de
_Katharina Rummenhöller, fzs-Vorstand:_
+49 15116807671 oder katharina.rummenhoeller at fzs.de
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Pressemitteilung: BAföG-Novelle im Bundestag: Kritik ignoriert,
Verbesserungen verschleppt, Verschlechterungen durchgedrückt
Berlin, 15.10.2026
Heute wurde die 30. BAföG-Novelle in erster Lesung im Bundestag beraten.
Der freie zusammenschluss von student*innenschaften (fzs) e.V.
kritisiert, dass die Bundesregierung die Einwände aus der
Verbändeanhörung weitgehend ignoriert, dringend notwendige
Verbesserungen keine Priorität einräumt sowie Verschlechterungen plant.
Selbst die Bundesländer haben in ihrer Empfehlung aus dem September
festgestellt, dass "die Entwicklung des BAföG besorgniserregend ist und
ein sehr großer Handlungsbedarf besteht". Nach aktuellen Zahlen des
Paritätischen Wohlfahrtsverbands aus dem September 2026 waren im
vergangenen Jahr 82,4 Prozent der alleinlebenden Studierenden von Armut
betroffen. Insgesamt 37,8 Prozent der Studierenden lebten 2025 unterhalb
der Armutsgrenze, in der Gesamtbevölkerung waren es 16,1 Prozent. Die
größte Belastung sind dabei die Wohnkosten.
„Das Wintersemester hat begonnen und wieder einmal werden Studierende
mit ihren finanziellen Sorgen alleingelassen. Die Bundesregierung
schaffte es nicht, rechtzeitig für eine ausreichende Studienfinanzierung
zu sorgen. Stattdessen sollen Studierende bis 2027 auf eine höhere
Wohnkostenpauschale und bis 2029 auf die vollständige Anpassung der
Bedarfssätze warten. Frau Bär versprach zwar heute, dass Bildung am Geld
nicht scheitern solle. Doch die vorgesehenen Erhöhungen sind schon heute
nicht ausreichen, um die tatsächlichen Lebenshaltungs- und Wohnkosten zu
decken. Was jetzt bereits zu wenig ist, wird in zwei Jahren erst recht
nicht reichen. Studierende brauchen endlich eine Unterstützung, von der
sie auch leben können. ", erklärt Vorständin Katharina Rummenhöller.
Bereits im Juli hatte der fzs die geplanten Änderungen deutlich
kritisiert. Für die Stellungnahmen zum Referentenentwurf standen den
Verbänden weniger als drei Tage zur Verfügung. Die zentralen Einwände
blieben im weiteren Verfahren weitgehend unberücksichtigt.
„Erst gibt die Bundesregierung den Betroffenen kaum Zeit, sich zu
äußern, und dann wird auch jegliche Kritik scheinbar ignoriert.
Gleichzeitig werden unter dem Deckmantel einer Reform Verschlechterungen
versteckt: Die Wohnkostenpauschale für Studierende, die bei ihren Eltern
leben, soll ebenso gestrichen werden wie bisherige Ausnahmen von der
Altersgrenze. Die Bundesregierung verkauft längst überfällige und schon
jetzt unzureichende Anpassungen als große Reform und kürzt an anderer
Stelle Leistungen, die für die Betroffenen existenziell sind. Bei all
den Entwicklungen stellt sich die Frage: Soll das BAföG noch Instrument
des Aufstiegs durch Bildung sein oder ist es nicht eher eine Nebelkerze,
um wirkliche Verbesserungen der Chancengleichheit zu verschleppen? Die
Novellierung reiht sich ein in eine zukunftsfeindliche Politik, die
nicht nur den Fachkräftemangel weiter befeuern wird, sondern auch jungen
Menschen die Perspektive auf ein gutes Leben verwehrt", so Rahel
Schüssler, Referentin für BAföG und studentisches Wohnen.
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Katharina Rummenhöller (sie/ihr)
Vorstand
freier zusammenschluss von student*innenschaften fzs e.V.
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