PM: Bildungs-Flickenteppich zementiert: fzs warnt vor Rückzug des Bundes aus der Hochschulverantwortung
Maximilian Wimmer
maximilian.wimmer at fzs.de
Di Okt 20 10:26:26 CEST 2026
Sehr geehrte Medienschaffende,
anlässlich der Beratung des Gesetzentwurfs zur Bereinigung des
Hochschulrechts im Deutschen Bundestag kritisiert der freie
zusammenschluss von student*innenschaften (fzs e.V.) die endgültige
Aufhebung des Hochschulrahmengesetzes (HRG).
Was die Bundesregierung als bürokratischen Aufräumprozess darstellt,
besiegelt den geordneten Rückzug des Bundes aus der Verantwortung für
die Absicherung von Studierendenrechten.
Rückfragen zur untenstehenden und angehängten Pressemitteilung können
gestellt werden an:
_Katharina Rummenhöller, fzs-Vorstand:_
+49 15116807671 oder katharina.rummenhoeller at fzs.de
_Maximilian Wimmer, fzs-Referent für gute Lehre und Arbeitsbedingungen
an Hochschulen_
maximilian.wimmer at fzs.de
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Bildungs-Flickenteppich zementiert: fzs warnt vor Rückzug des Bundes aus
der Hochschulverantwortung
Anlässlich der Beratung des Gesetzentwurfs zur Bereinigung des
Hochschulrechts im Deutschen Bundestag kritisiert der freie
zusammenschluss von student*innenschaften (fzs e.V.) die endgültige
Aufhebung des Hochschulrahmengesetzes (HRG) scharf. Was die
Bundesregierung als bürokratischen Aufräumprozess tarnt, besiegelt den
geordneten Rückzug des Bundes aus der Mitverantwortung für einen
gerechten Hochschulraum.
Der fzs sieht in dem Schritt die gesetzliche Zementierung eines
strukturellen Mangels, der seit der Föderalismusreform 2006 die
Rechtszersplitterung vorantreibt. Ob ein Studium gelingt, ist zunehmend
vom Studienort abhängig. Das ist bedingt durch ungleiche Regeln bei
Prüfungsversuchen, Anwesenheitspflichten und Nachteilsausgleichen ebenso
wie den Abbau von Gleichstellungsstandards. Auch der gebührenfreie
Bildungszugang wird nicht garantiert: Dass an ersten Standorten bereits
Studiengebühren für internationale Studierende eingeführt wurden,
beweist, dass die soziale Öffnung der Hochschulen zunehmend
wirtschaftlichen Interessen geopfert wird.
Katharina Rummenhöller, fzs Vorstandsmitglied fordert ein Umdenken:
_„Gute Studienbedingungen und lebendige Demokratie am Campus dürfen kein
Privileg des Wohnorts sein. Wenn Bundesländer studentische
Mitspracherechte abbauen und Gleichstellung zur Nebensache degradieren,
braucht es eine starke Gegenmacht auf Bundesebene. Wir benötigen
verlässliche Mindeststandards als Schutzschild, um die Errungenschaften
der studentischen Teilhabe auch gegen reaktionäre politische Strömungen
abzusichern. Der Bund darf sich hier nicht einfach aus der Affäre
ziehen."_
Die im Entwurf verankerte Einfrierung der HRG-Bezüge im BAföG bis Ende
2027 bewertet der fzs als reinen Selbstschutz des Gesetzgebers. Die
Maßnahme ist eine zwingend notwendige Notbremse, die verhindert, dass
die finanzielle Planungssicherheit bei der Förderungshöchstdauer und der
Auslandsmobilität für tausende Studierende über Nacht wegbricht. Sie ist
reine Schadensbegrenzung, und das ist kein politischer Erfolg.
Kritik äußert ebenfalls Maximilian Wimmer, fzs-Referent für gute Lehre
und Arbeitsbedingungen an Hochschulen:
_„Die Bundesregierung betreibt hier Kosmetik, während das Fundament
erodiert. Wir fordern eine aktive Bundeshochschulpolitik, die
Grundrechte für Studierende sichert. Universitäten sind Räume der
Öffentlichkeit - sie dürfen nicht zu kommerziellen Marken verkommen.
Anstelle von Ökonomisierung und Sparzwängen brauchen wir jetzt eine
radikale Stärkung der studentischen Mitbestimmung in allen Gremien."_
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[4]
Maximilian Wimmer (er/ihn)
Referent für gute Lehre und Arbeitsbedingungen an Hochschulen
freier zusammenschluss von student*innenschaften fzs e.V.
Der freie zusammenschluss von student*innenschaften (fzs) e.V. ist
der überparteiliche Dachverband von Studierendenschaften in der BRD. Mit
100 Mitgliedern vertritt der fzs mehr als eine Million Studierende. Der
fzs ist Mitglied im europäischen Studierendendachverband ESU - European
Students' Union und im Global Students' Forum.
maximilian.wimmer at fzs.de
www.fzs.de [1]
Wöhlertstr. 19, 10115 Berlin
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