PM: Gewalt gegen Kinder stoppen: Breites Bündnis fordert verpflichtendes Kinderschutzmodul im Lehramtsstudium

Maximilian Wimmer maximilian.wimmer at fzs.de
Mi Okt 14 10:57:37 CEST 2026


Sehr geehrte Medienschaffende,

pünktlich zum Start des Wintersemesters macht ein bundesweites Bündnis 
aus Studierenden-, Lehrkräfte-, Schüler- und Elternvertretungen auf eine 
fatale Lücke in der Lehrkräftebildung aufmerksam: Wer ein 
Lehramtsstudium absolviert und später mit Kindern und Jugendlichen 
arbeitet, kann mehrere Jahre studieren, ohne jemals mit Kinderschutz in 
Berührung zu kommen.

Angesichts anhaltender Höchststände bei den Fallzahlen fordert das 
Bündnis eine tiefgreifende Reform der universitären Ausbildung. Auf der 
heutigen Pressekonferenz in Berlin wurde hierzu ein gemeinsames 
Positionspapier mit fünf Kernforderungen vorgestellt. Die vollständige 
Pressemitteilung mit allen Statements und Details finden Sie im 
untenstehenden Text. Das vollständige Positionspapier finden Sie im 
Anhang dieser E-Mail sowie digital unter folgendem Link abrufbar: 
https://www.fzs.de/2026/10/14/forderungspapier-kinderschutz/

Rückfragen können gestellt werden an:

_Maximilian Wimmer, fzs-Referent für gute Lehre und Arbeitsbedingungen 
an Hochschulen_maximilian.wimmer at fzs.de

_Noah Dejanović (Initiator, Mitglied des Betroffenenrats) 
__noah.dejanovic at betroffenenrat-ubskm.de_

_Tabea Herbst (Initiatorin, fzs-Vorstand 2025/26) _tabea.herbst at fzs.de

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Pressemitteilung: Gewalt gegen Kinder stoppen: Breites Bündnis fordert 
verpflichtendes Kinderschutzmodul im Lehramtsstudium

Berlin, den 14.10.2026

Pädagogische Fachkräfte sind zentrale Bezugspersonen junger Menschen, 
doch in der universitären Ausbildung wird ihnen kaum Wissen über die 
Anzeichen von Kindeswohlgefährdung vermittelt. Ob ein von Gewalt 
betroffener junger Mensch auf eine handlungssichere Lehrkraft trifft, 
bleibt reiner Zufall. Angesichts des anhaltenden Höchststandes von 
72.800 Kindeswohlgefährdungen im Jahr 2024 fordert ein bundesweites 
Bündnis aus Studierenden-, Lehrkräfte-, Schüler- und Elternvertretungen 
pünktlich zum Wintersemester eine tiefgreifende Reform der 
Lehrkräftebildung.

Tabea Herbst, Vorstandsmitglied 2025/26 des freien zusammenschlusses von 
student*innenschaften (fzs e.V.), erklärte hierzu auf der heutigen 
Pressekonferenz in Berlin: „_Während die Kultusministerkonferenz mit 
ihrem Leitfaden zwar Schutzkonzepte an Schulen anstößt, fehlt die 
fundamentale Verankerung in der Ausbildung. Schutzkonzepte können in der 
Praxis nur wirken, wenn Lehrkräfte gezielt dafür ausgebildet sind. Die 
KMK muss gemeinsam mit den Ländern verbindliche Mindeststandards 
beschließen. Das geforderte Kinderschutzmodul muss für alle Lehrämter in 
allen Bundesländern verpflichtend sein und darf nicht durch 
Wahlpflichtbereiche ersetzt werden."_

Das heute vorgestellte Positionspapier formuliert fünf zentrale 
Kernforderungen:

1. Verpflichtendes Kinderschutzmodul: Implementierung eines 
Pflichtmoduls im Umfang von mindestens 5 ECTS-Punkten über verbindliche 
Vorgaben in den Lehrkräftebildungsgesetzen und Prüfungsordnungen aller 
Länder.

2. Einheitliche Mindestinhalte: Wissenschaftliche Vermittlung von 
Grundwissen zu Missbrauchsdynamiken, Verfahrenswegen mit Jugendämtern, 
Traumapädagogik sowie Täter*innenstrategien im analogen und digitalen 
Raum (Cybergrooming).

3. Einbindung von Betroffenenperspektiven: Strukturelle und verbindliche 
Integration von Personen mit biografischer Erfahrungsexpertise in die 
Curricula-Entwicklung und Lehre gegen angemessene Aufwandsentschädigung.

4. Ressourcen und Hochschulfinanzierung: Bereitstellung zusätzlicher 
Mittel durch Bund und Länder für qualifiziertes Lehrpersonal, damit die 
Module nicht zulasten bestehender Lehrkapazitäten gehen.

5. Partizipative Mitgestaltung: Strukturelle Einbeziehung von 
Studierendenvertretungen in die Qualitätssicherung und Evaluation der 
Lehrveranstaltungen.

Noah Dejanović, „Student des Jahres 2025" und Initiator des Projekts 
„Kinderschutz im Studium", untermauerte die Dringlichkeit der 
Initiative: „Es ist fachlich fahrlässig, dass das System Schule die 
Bewältigung von Kindeswohlgefährdungen einer unvorbereiteten Generation 
von Lehrkräften überlässt. Ich selbst habe in meiner Kindheit 
sexualisierte, psychische und körperliche Gewalt durch meine Mutter 
erlebt und hätte mir gewünscht, dass Lehrkräfte in der Schule hingesehen 
und mir geholfen hätten. Wir benötigen einheitliche, evaluierte 
Mindeststandards in der Lehre. Gleichzeitig müssen die Module so 
gestaltet sein, dass sie eine sichere Lernumgebung für jene Studierenden 
schaffen, die selbst von Gewalt in ihrer Biografie betroffen sind. 
Hochschulen müssen dafür die notwendigen Ressourcen und institutionellen 
Kooperationen mit Betroffenengremien absichern."

Das Bündnis betont abschließend, dass Kinderschutz kein optionales 
Zusatzthema sein darf, sondern als grundlegender, professioneller 
Bestandteil der Ausbildung aller pädagogischen Fachkräfte verstanden 
werden muss.

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  [1]

  		 [2]
  		 [3]
  		 [4]

  		Maximilian Wimmer (er/ihn)

  		Referent für gute Lehre und Arbeitsbedingungen an Hochschulen

  		freier zusammenschluss von student*innenschaften fzs e.V.

  		Der freie zusammenschluss von student*innenschaften (fzs) e.V. ist 
der überparteiliche Dachverband von Studierendenschaften in der BRD. Mit 
100 Mitgliedern vertritt der fzs mehr als eine Million Studierende. Der 
fzs ist Mitglied im europäischen Studierendendachverband ESU - European 
Students' Union und im Global Students' Forum.

  		maximilian.wimmer at fzs.de

  		www.fzs.de [1]

  		Wöhlertstr. 19, 10115 Berlin

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