PM: AfD gegen Studierende – Wie die Rechtsradikalen Mitbe-stimmung bundesweit abschaffen wollen
Katharina Rummenhöller
katharina.rummenhoeller at fzs.de
Sa Okt 3 22:45:38 CEST 2026
Sehr geehrte Medienschaffende,
die hessische AfD-Fraktion hat einen Gesetzesentwurf zur ersatzlosen
Abschaffung studentischer Selbstverwaltung in den Landtag eingebracht.
Der freie zusammenschluss von student*innenschaften (fzs) e.V., die
bundesweite Studierendenvertretung, verurteilt dies aufs Schärfste und
positioniert sich gegen jeden Angriff auf verfasste
Studierendenschaften.
Rückfragen zur untenstehenden und angehängten Pressemitteilung können
gestellt werden an:
_Jonathan Dreusch, politischer Geschäftsführer des fzs_
+49 1716465758 oder jonathan.dreusch at fzs.de
_Katharina Rummenhöller, fzs-Vorstand:_
+49 15116807671 oder katharina.rummenhoeller at fzs.de
___________
Pressemitteilung: AfD gegen Studierende - Wie die Rechtsradikalen
Mitbestimmung bundesweit abschaffen wollen
Berlin, 02.10.2026
Die hessische AfD-Fraktion hat einen Gesetzesentwurf zur ersatzlosen
Abschaffung studentischer Selbstverwaltung in den Landtag eingebracht.
Zuvor haben AfD-Fraktionen in Thüringen (2022 & 2025) und Sachsen-Anhalt
(2026) entsprechende Gesetze in ihre Landtage eingebracht.
Der freie zusammenschluss von student*innenschaften (fzs) e.V., die
bundesweite Studierendenvertretung, verurteilt dies aufs Schärfste und
positioniert sich gegen jeden Angriff auf verfasste
Studierendenschaften.
Seit Jahren drangsaliert die AfD in allen Bundesländern Hochschulen und
Studierendenschaften mit kleinen Anfragen. Seit ca. zwei Jahren nehmen
diese, scheinbar koordiniert, massiv zu. Dabei versuchen sie, durch den
schieren Umfang der Fragen unsere Strukturen lahmzulegen.
Im hessischen Entwurf beruft sich die AfD auf geringe Wahlbeteiligungen,
angebliche "allgemeinpolitische" Aussagen und "Nähe zum
Linksextremismus". Ein Dorn im Auge ist ihr vor allem die
"Zwangsmitgliedschaft".
Faschist*innen halten Widerspruch nicht aus. Unabhängige
Studierendenvertretungen mit eigenen Mitteln haben ein Mandat und
einzigartige Möglichkeiten, sich gegen die faschistischen Fantasien der
Rechtsradikalen zu stellen. Eine gesetzliche Institution mit so großen
Freiheiten gibt es sonst kaum.
Hochschule und Wissenschaft sind für die extreme Rechte Kulturkampfeld
Nummer 1. Sie gehen von wenig Widerstand und großer Zustimmung aus. Die
AfD geht es es dabei um jede kritische Forschung und Lehre, und alle
zaghaft demokratischen Strukturen an Hochschulen. Im
"Regierungsprogramm" der AfD Sachsen-Anhalt lässt sich nachlesen, dass
die AfD eine Entdemokratisierung der gesamten Gesellschaft will.
Die AfD hat sich das nicht selbst ausgedacht. In Bayern gibt es seit 52
Jahren keine verfasste Studierendenschaft. Minister Hans Meier (CSU)
sagt dazu 1973 offen, er wolle "den linken Sumpf trockenlegen". In
Baden-Württemberg schaffte die Regierung des Alt-Nazis Hans Filbinger
(CDU) 1977 die VS ab, weil sie sie in Nähe der RAF rückte. Sie wurde
erst 2013 von grün-rot wieder eingeführt.
Attacken auf eine unabhängige, kritische Studierendenschaft kommen auch
von CDU, FDP, JU, JuLis, RCDS und LHG. Das JU Grundsatzprogramm fordert
eine bundesweite Abschaffung. In NRW will die FDP seit Jahren eine
machtlose Vertretung mit opt-in Modell. Das forderten auch die JuLis im
Bund (2013, 2021) in Hessen (2023) und Rheinland-Pfalz (2026).
Die Argumente sind dieselben: zu wenig Legitimierung, zu "politisch", zu
links. Die AfD beruft sich darauf.
Was jetzt passieren muss:
* Bekenntnis zur verfassten Studierendenschaft und zur demokratischen
Hochschule durch die hessische Landesregierung und alle Fraktionen!
* Neupositionierung bei JU, JuLis, RCDS und LHG, klar gegen
rechtsaußen!
* Klare Positionierung zu immer weiterer Demokratisierung aller
Gesellschaftsbereiche durch alle Verantwortlichen in Bund und Ländern!
* Prüfung eines Verbots der AfD als verfassungsfeindliche Partei in
der Tradition des deutschen Faschismus!
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[4]
Katharina Rummenhöller (sie/ihr)
Vorstand
freier zusammenschluss von student*innenschaften fzs e.V.
Der freie zusammenschluss von student*innenschaften (fzs) e.V. ist der
überparteiliche Dachverband von Studierendenschaften in der BRD. Mit 100
Mitgliedern vertritt der fzs mehr als eine Million Studierende. Der fzs
ist Mitglied im europäischen Studierendendachverband ESU - European
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