PM: Spahn legt die Axt an den Sozialstaat - BAföG-Reform darf nicht geopfert werden!
Katharina Rummenhöller
katharina.rummenhoeller at fzs.de
Di Mai 26 10:37:05 CEST 2026
Sehr geehrte Medienschaffende,
der freie zusammenschluss von student*innenschaften (fzs) e.V., die
bundesweite Studierendenvertretung, äußert sich anlässlich aktueller
Aussagen aus der Bundesregierung zur Zukunft staatlicher Leistungen.
Nach vielen Monaten Verschiebung und widersprüchlichen Aussagen
verschiedener Regierungs- und Bundestagsmitglieder erklärt
CDU-Fraktionsvorsitzender Jens Spahn die BAföG-Reform gemeinsam mit
zahlreichen weiteren sozialstaatlichen Projekten für beendet.
Der fzs reagiert mit großer Irritation auf diese Entwicklung und fordert
die Bundesregierung dazu auf, sofort wenigstens die Minimalreform aus
dem Koalitionsvertrag umzusetzen. Für viele Studierende, besonders
BAföG-Empfänger*innen, sind auch wenige Euro mehr ein relevanter
Unterschied. Der fzs sieht in kraftlosen Novellen am kaputten System
BAföG dennoch keine Lösung. Die Studienfinanzierung muss vollständig neu
aufgestellt werden. Das ist auch eine Frage der Zukunftssicherung.
Rückfragen für die untenstehende und angehängte Pressemitteilung können
Sie stellen an:
Katharina Rummenhöller, fzs-Vorstand:
+49 15116807671 oder katharina.rummenhoeller at fzs.de
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Pressemitteilung: Spahn legt die Axt an den Sozialstaat - BAföG-Reform
darf nicht geopfert werden!
Berlin, 23.05.2026
Mit großer Irritation reagiert der freie zusammenschluss von
student*innenschaften (fzs) e.V. auf aktuelle Aussagen aus der
Bundesregierung zur Zukunft staatlicher Leistungen. Nach vielen Monaten
Verschiebung und widersprüchlichen Aussagen verschiedener Regierungs-
und Bundestagsmitglieder erklärt CDU-Fraktionsvorsitzender Jens Spahn
die BAföG-Reform gemeinsam mit zahlreichen weiteren sozialstaatlichen
Projekten für beendet. Nun droht von der angekündigten "großen Novelle"
nichts übrig zu bleiben, obwohl eigentlich eine Einigung in Aussicht
war. Erst vor kurzem wurde bekannt, dass die beide Koalitionspartner
sich auf eine Finanzierung geeinigt haben
"Studierende sind keine Sparmasse. Wer angekündigte Verbesserungen beim
BAföG wieder infrage stellt, trifft Studierende, die auf diese
angewiesen sind und ohnehin massiv unter steigenden Lebenshaltungskosten
leiden. Während für milliardenschwere, verantwortungslose Entlastungen
an anderer Stelle, wie für den Tankrabatt, Geld da ist, sollen
Studierende erneut leer ausgehen. Statt wie im Koalitionsvertrag
angekündigt das Elterngeld zu erhöhen, soll dort nun stattdessen gekürzt
werden. Das alles zeigt erneut, welchen Stellenwert die Belange von
jungen Menschen und Bildungsgerechtigkeit für die Bundesregierung haben.
Die aktuellen Debatten fügen sich in einen breiteren Trend von
Sozialstaatsabbau ein. Statt soziale Absicherung auszubauen, werden
notwendige Anpassungen immer häufiger unter Finanzierungsvorbehalt
gestellt." erklärt Katharina Rummenhöller, fzs-Vorstandsmitglied.
Die strukturellen Probleme des BAföG bleiben aus Sicht des fzs ungelöst.
Noch immer dauern Antragsverfahren häufig zu lange, gleichzeitig
erreicht das BAföG nur einen Bruchteil der Studierenden. Das
ursprünglich formulierte Ziel, wieder mehr Studierende mit BAföG zu
erreichen, gerät damit zunehmend aus dem Blick.
„Die Koalition verbindet geradezu groteske gesetzgeberische Inkompetenz
mit beispielloser Respektlosigkeit vor der breiten Masse der
Bevölkerung. Nachdem Arbeiter*innen, Angestellte, Alleinerziehende,
Arbeitssuchende, Krankenkassenmitglieder und Schutzsuchende bereits
monatelange Angriffe hinnehmen mussten, sind nun Studierende und
Schüler*innen dran. Man muss es so klar sagen, die Bundesregierung
versucht das grundgesetzliche Sozialstaatsprinzip zu beerdigen. Jens
Spahn und Kolleg*innen reden damit aktiv verfassungsfeindlich", so
Jonathan Dreusch, politischer Geschäftsführer des fzs.
Rahel Schüssler, Referentin für BAföG und studentisches Wohnen im fzs,
ergänzt: „Die Anpassung des BAföG ist seit Jahrzehnten ein
ritualisierter Tanz der jeweiligen Regierungspartner auf dem Rücken der
jungen Generation. Während vorige Koalitionen sich allerdings nach
einigem Aufplustern doch immer noch zu minimalen Verbesserungen der
gänzlich realitätsfernen Förderhöhen und -bedingungen durchringen
konnten, scheitert diese Regierung an einer lächerlichen Erhöhung - die
zuletzt sowieso nur noch 60EUR Wohnkostenpauschalen-Erhöhung gewesen
wäre. Deutschland ist seit Jahren Spitzenreiter in Sachen
„undurchlässiges Bildungssystem". Offensichtlich reicht den
Minister*innen Bär, Klingbeil sowie ihren Fraktionskolleg*innen das
nicht mehr. Sie wollen die ohnehin am Krückstock gehende
Studienfinanzierung vollständig nutzlos werden lassen. Das ist nicht nur
ein Tritt für alle aktuellen Studierenden und Schüler*innen sowie
zukünftige Studieninteressierte, sondern volkswirtschaftlich auch
vollkommen verantwortungslos und nicht nachvollziehbar. Ein effektives
Bildungsfinanzierungsinstrument ist zentral, um das Recht auf freie
Bildungs- und Berufswahl durchzusetzen."
Der fzs fordert die Bundesregierung dazu auf, sofort wenigstens die
Minimalreform aus dem Koalitionsvertrag umzusetzen. Für viele
Studierende, besonders BAföG-Empfänger*innen, sind auch wenige Euro mehr
ein relevanter Unterschied. Der fzs sieht in kraftlosen Novellen am
kaputten System BAföG dennoch keine Lösung. Die Studienfinanzierung muss
vollständig neu aufgestellt werden. Das ist auch eine Frage der
Zukunftssicherung.
Der fzs hat bereits im März ein umfassendes Forderungspapier
vorgestellt, das Sofortmaßnahmen und Strukturreform zusammendenkt. Es
ist hier zu finden:
https://www.fzs.de/2026/03/01/bafoeg-positionspapier-maerz26/
[1]
[2]
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[4]
Katharina Rummenhöller (sie/ihr)
Vorstand
freier zusammenschluss von student*innenschaften fzs e.V.
Der freie zusammenschluss von student*innenschaften (fzs) e.V. ist der
überparteiliche Dachverband von Studierendenschaften in der BRD. Mit 100
Mitgliedern vertritt der fzs mehr als eine Million Studierende. Der fzs
ist Mitglied im europäischen Studierendendachverband ESU - European
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