PM: SRK: Abschaffung der Studierendenschaften gefährdet demokratische Strukturen an Hochschulen in Sachsen-Anhalt
Katharina Rummenhöller
katharina.rummenhoeller at fzs.de
Di Mai 19 10:26:21 CEST 2026
Sehr geehrte Medienschaffende,
der freie zusammenschluss von student*innenschaften (fzs) e.V., die
bundesweite Studierendenvertretung, unterstützt die Pressemitteilung der
Studierendenrätekonferenz Sachsen-Anhalt zum Gesetzentwurf der
AfD-Fraktion (Drucksache 8/6838). Der Gesetzentwurf sieht die
Abschaffung der verfassten Studierendenschaften vor und würde damit
zentrale demokratische Mitbestimmungsstrukturen an Hochschulen erheblich
schwächen. Studierende verlieren ihre institutionalisierte
Interessenvertretung sowie zentrale Beteiligungs- und
Unterstützungsangebote.
Rückfragen zur angehängten und unterstehenden Pressemitteilung können
gestellt werden an:
Vanessa Knigge
1. Sprecherin für Öffentliches
im Namen der Studierendenrätekonferenz Sachsen - Anhalt
Tel.: 017621830466
E-Mail: kontakt at srk-sa.de
_________________
Pressemitteilung: Abschaffung der Studierendenschaften gefährdet
demokratische Strukturen an
Hochschulen in Sachsen-Anhalt
Die Studierendenrätekonferenz Sachsen-Anhalt (SRK) kritisiert den
Gesetzentwurf der AfD-Fraktion zur Änderung des Hochschulgesetzes
(Drucksache 8/6838) scharf. Der Antrag sieht die vollständige Auflösung
der verfassten Studierendenschaften vor und greift damit zentral in die
demokratischen Strukturen der Hochschulen ein.
Die Studierendenschaften sind bislang eigenständige, demokratisch
gewählte Körperschaften mit eigener Finanzhoheit und klaren
Mitbestimmungsrechten. Mit ihrer Abscha ung verlieren Studierende ihre
institutionalisierte Stimme. Künftig sollen ihre Interessen lediglich
innerhalb der Hochschulverwaltung berücksichtigt werden, ohne
unabhängige Struktur und demokratische Selbstverwaltung. Der
Gesetzentwurf steht nicht für sich allein. Er fügt sich in politische
Forderungen der AfD-Fraktion ein, die Mitbestimmung an Hochschulen
systematisch zurückdrängen wollen.
Vanessa Knigge: „Der Gesetzentwurf steht im Kontext des
AfD-Wahlprogramms zur bevorstehenden Landtagswahl in Sachsen-Anhalt, das
eine Einschränkung der Mitbestimmung aller Hochschulgruppen vorsieht.
Damit soll ein grundlegender Abbau demokratischer Beteiligung
eingeleitet werden. Die verfassten Studierendenschaften sind eine der
größten Errungenschaften der Hochschuldemokratie der letzten Jahrzehnte,
diese werden wir verteidigen."
Für Studierende bietet eine Studierendenschaft zahlreiche Beteiligungs-
und Mitgestaltungsmöglichkeiten, die unter anderem durch § 65 Abs. 1 des
Hochschulgesetzes Sachsen-Anhalt definiert werden:
* Möglichkeit zur Meinungsbildung unter den Studierenden
* Vertretung studentischer Belange in Hochschule und Gesellschaft
* Möglichkeit zur Stellungnahme zu hochschulpolitischen und
wissenschaftspolitischen Fragestellungen
* Förderung der politischen Bildung sowie des staatsbürgerlichen
Verantwortungsbewusstseins der Studierenden
* Förderung der sozialen, kulturellen und sportlichen Interessen der
Studierenden
* Pflege der überregionalen und internationalen
Studierendenbeziehungen
* Unterstützung der Gleichstellung sowie Abbau von Benachteiligungen
innerhalb der Studierendenschaft
* Förderung der Integration internationaler Studierender
* Unterstützung von Studierenden in sozialen und wirtschaftlichen
Belangen
Durch den Gesetzentwurf würden diese zentralen Beteiligungs- und
Mitgestaltungsmöglichkeiten auf andere Strukturen verlagert, in ihrer
Wirksamkeit deutlich abgeschwächt oder im schlimmsten Fall vollständig
entfallen, wodurch die eigenständige Interessenvertretung der
Studierenden erheblich eingeschränkt würde.
Die Abschaffung demokratisch gewählter Studierendenvertretungen bedeutet
einen Rückschritt hinter etablierte Standards der
Hochschuldemokratie.Die SRK ruft alle Hochschulen, Studierendenräte und
akademischen Gremien dazu auf, sich klar gegen diesen Gesetzentwurf zu
positionieren.
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[4]
Katharina Rummenhöller (sie/ihr)
Vorstand
freier zusammenschluss von student*innenschaften fzs e.V.
Der freie zusammenschluss von student*innenschaften (fzs) e.V. ist der
überparteiliche Dachverband von Studierendenschaften in der BRD. Mit 100
Mitgliedern vertritt der fzs mehr als eine Million Studierende. Der fzs
ist Mitglied im europäischen Studierendendachverband ESU - European
Students' Union und im Global Students' Forum.
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