PM: fzs warnt vor verdecktem Sparprogramm: Abschaffung der Minijobs bedroht studentisches Existenzminimum!
Tabea Herbst
tabea.herbst at fzs.de
Fr Aug 14 12:43:19 CEST 2026
Sehr geehrte Medienschaffende,
nach Verzögerungen und Uneinigkeit in Bezug auf die Steuerreform der
Minijobs hat sich der Koalitionsausschuss aus Union und SPD Anfang Juli
auf einen Kompromiss geeinigt, der die weitere Auseinandersetzung mit
dem Thema Minijobs in den Herbst 2026 vertagt. Nach diesen ersten
Warnungen im Juli hat die Bundesstudierendenvertretung freier
zusammenschluss von student*innenschaften (fzs) e.V. auf ihrer 78.
Mitgliederversammlung, die vom 06.-09.08. stattfand, klar Position
bezogen. In einem Grundsatzbeschluss fordert der Dachverband ein
umfassendes gesetzliches Absicherungspaket für jobbende Studierende. Die
Kernforderungen sind in der angehängten Pressemitteilung zu finden.
*Rückfragen können gestellt werden an: *
/Tabea Herbst, fzs-Vorstand:/
+49 151 20942563 oder tabea.herbst at fzs.de
/Maximilian Wimmer, fzs-Referent für gute Lehre und Arbeitsbedingungen
an Hochschulen/
maximilian.wimmer at fzs.de
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*Pressemitteilung: fzs warnt vor verdecktem Sparprogramm: Abschaffung
der Minijobs bedroht studentisches Existenzminimum*
Berlin, 14.08.2026.
Nach ersten Warnungen im Juli hat die Bundesstudierendenvertretung
freier zusammenschluss von student*innenschaften (fzs) e.V. auf ihrer
78. Mitgliederversammlung am vergangenen Wochenende klar Position
bezogen. In einem Grundsatzbeschluss fordert der Dachverband ein
umfassendes gesetzliches Absicherungspaket für jobbende Studierende.
Hintergrund sind die Reformvorschläge der Rentenkommission und die beim
Bundesarbeitsministerium (BMAS) in Arbeit befindlichen
Referentenentwürfe zur Abschaffung des Sonderstatus von Minijobs, die
Studierende bisher unberücksichtigt lassen.
*„Das mit der Agenda 2010 unter der Regierung Schröder eingeführte
System der Minijobs zementiert seit zwei Jahrzehnten prekäre
Beschäftigung, begünstigt Lohndumping und schließt Beschäftigte
systematisch aus der sozialen Sicherung aus“*, erklärt Tabea Herbst,
Vorstandsmitglied des fzs. *„Eine ersatzlose Abschaffung ohne
gesetzliche Gegensteuerung löst dieses Problem jedoch keineswegs,
sondern endet als verdecktes Sparprogramm auf dem Rücken von fast zwei
Millionen Studierenden. Während für Schülerinnen und Schüler Ausnahmen
geplant sind, behandeln die Entwürfe aus dem BMAS Studierende schlicht
als arbeitsmarktpolitische Fußnote.“*
In Deutschland gehen etwa zwei Drittel der Studierenden einer
Erwerbstätigkeit nach – mindestens die Hälfte davon auf Minijob-Basis.
Für sie ist der Nebenjob kein Taschengeld für Luxusgüter, sondern stellt
das fundamentale Existenzminimum her, um Miete, Krankenversicherung und
Lebensmittel zu bezahlen. Da die BAföG-Quote auf einem historisch
niedrigen Niveau von nur noch rund 11 bis 12 Prozent verharrt, drohen
ohne Ausgleich drastische finanzielle Einschnitte, das ungewollte
Herausfallen aus der beitragsfreien Familienversicherung sowie ein
administrativer Kollaps bei den ohnehin überlasteten BAföG-Ämtern.
*„Wenn Kleinsterwerbstätigkeiten künftig automatisch in das reguläre
Werkstudentenmodell fallen, greift ab dem ersten Euro die volle
Rentenabgabe. Wer 200 Euro verdient, verliert sofort knapp 19 Euro“*,
ergänzt Maximilian Wimmer, fzs Referent für gute Lehre und
Arbeitsbedingungen an Hochschulen. *„Gleichzeitig verharmlosen
Äußerungen wie die von Bundesforschungsministerin Dorothee Bär das
Jobben zynisch als 'kein Drama', während die Mieten explodieren und die
BAföG-Reform stockt. Wir verlangen von der Bundesregierung und dem
Gesetzgeber eine verlässliche soziale Garantie, die der Lebensrealität
von Studierenden endlich gerecht wird.“*
*Die Kernforderungen: Das studentische Absicherungspaket*
Zur Abwendung existenzieller Notlagen und eines administrativen
Kollapses beschließt die Mitgliederversammlung des fzs ein studentisches
Absicherungspaket mit folgenden Kernpunkten:
*1. Entkopplung der Familienversicherung: *Umwandlung der
Einkommensgrenze für die beitragsfreie Mitversicherung bei den Eltern
(GKV) in einen pauschalen jährlichen Einkommensfreibetrag – völlig
unabhängig von Sozialabgaben oder der rechtlichen Beschäftigungsart.
*2. Progressiver Werkstudenten-Einstieg: *Einführung einer stufenweisen
Gleitzone ab dem ersten Euro bei geringen Nebenverdiensten, damit die
Abgabenbelastung bei kleinem Einkommen gegen null tendiert.
*3. Pauschale BAföG-Freibeträge:* Einführung eines inflationsangepassten
Jahresfreibetrags im BAföG, um monatliche, bürokratische
Nachberechnungen durch schwankende Einkommen der Studierenden zwingend
zu verhindern.
*4. Vollwertiger Rentenanspruch: *Lückenlose Anrechnung jeder
gearbeiteten Stunde im Rahmen studentischer Beschäftigung als
Pflichtbeitragszeit für spätere Rentenansprüche, um Altersarmut effektiv
zu bekämpfen.
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Der freie zusammenschluss von student*innenschaften (fzs) e.V. ist der
überparteiliche Dachverband von Studierendenschaften in der BRD. Mit 100
Mitgliedern vertritt der fzs mehr als eine Million Studierende. Der fzs
ist Mitglied im europäischen Studierendendachverband ESU - European
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