[fzs-pressemitteilung] fzs fordert Umdenken in der Steuerpolitik
Christian Berg|fzs
christian.berg at fzs.de
Mit Jul 5 13:11:37 CEST 2006
Pressemitteilung des freien zusammenschlusses von studentInnenschaften (fzs)
Berlin, den 5. Juli 2006
fzs fordert Umdenken in der Steuerpolitik
Mehr Geld für Bildung gefordert / Proteste angekündigt
Der freie zusammenschluss von studentInnenschaften (fzs) hat sich heute
in Berlin gegen die geplanten Änderungen bei der Unternehmensbesteuerung
ausgesprochen. Der studentische Dachverband kritisiert die Steuerpolitik
der Großen Koalition und fordert die stärkere Besteuerung von
Unternehmensgewinnen und Privatvermögen, um den bildungspolitischen
Herausforderungen der nächsten Jahre genügen zu können.
Der fzs reagierte damit auf die Pläne der Großen Koalition, den
Unternehmenssteuersatz auf unter 30% zu senken und milliardenhohe
Steuerausfälle hinzunehmen. Christian Berg, Mitglied im Vorstand des
fzs, erklärte heute in Berlin: "Die Hochschulen in der Bundesrepublik
sind schon seit Jahren unterfinanziert. Gleichzeitig soll in den
nächsten Jahren die Anzahl der Studierenden gewaltig ansteigen. Dieser
Herausforderung können wir nur durch die drastische Erhöhung
öffentlicher Mittel begegnen. Weitere Steuersenkungen und
Steuergeschenke an Unternehmen gefährden die Handlungsfähigkeit des
Staates und damit die Zukunft von Bildungseinrichtungen. Sie führen
letztlich dazu, dass nur noch Reiche sich Bildung leisten können."
Die angebotsorientierte Steuerpolitik der vergangenen Jahre hat aus
Sicht des fzs dazu geführt, dass vor allem Besserverdienende profitieren
und der Staat immer handlungsunfähiger wird. Die erwünschten Effekte wie
Mehrbeschäftigung oder wirtschaftliches Wachstum sind dadurch nicht
eingetreten. Christian Berg: "Die Große Koalition, allen voran
Finanzminister Steinbrück, setzt den neoliberalen Unsinn der vergangenen
Jahre fort. Diese Steuerpolitik privilegiert Besserverdienende und
Unternehmen, sie verstärkt soziale Unterschiede und gefährdet den
Sozialstaat, der seine Aufgaben nicht mehr erfüllen kann. Eine solche
Gesellschaft wollen wir nicht. Deshalb werden wir die unsoziale
Steuerpolitik der Bundesregierung verstärkt im Rahmen der studentischen
Proteste thematisieren."
Der fzs fordert eine stärkere Besteuerung von Unternehmensgewinnen und
Privatvermögen. So setzen sich die Studierendenschaften für eine
Erhöhung des Spitzensteuersatzes bei der Einkommenssteuer, die
Einführung einer Vermögenssteuer oder etwa die stärkere Belastung von
Erbschaften ein.