[fzs-pressemitteilung] Inhaftierte brauchen alle notwendige Unterstützung - Grundlose Verhaftung von Bielefelder Studenten
Regina Weber
regina.weber at fzs.de
Sam Jul 15 14:05:17 CEST 2006
Inhaftierte brauchen alle notwendige Unterstützung
fzs kritisiert die grundlose Verhaftung zweier Bielefelder Studenten
in St. Petersburg.
Berlin (fzs). Der freie zusammenschluss von studentInnenschaften
(fzs) hat die völlig grundlose Verhaftung der zwei Bielefelder
Studenten Eike Korfhage und Henning Wallerius aufs heftigste
kritisiert. Er erklärte sich solidarisch mit den beiden Studenten,
die im Rahmen ihres Studiums als Journalisten in Russland unterwegs
waren und forderte die Bundesregierung auf, die Freilassung der
beiden zu erwirken.
Die beiden Fotografiestudenten hatten seit Anfang Juni eine
Fahrradkarawane einer Gruppe begleitet, die gegen den am Wochenende
stattfindenden G8-Gipfel protestieren wollten. Am vergangenen
Montagmorgen wurden die beiden von der russischen Miliz verhaftet.
Ihnen wird vorgeworfen, "in der Öffentlichkeit uriniert" zu haben.
Dies wäre jedoch eine Ordnungswidrigkeit, für die eine Geldstrafe
fällig wäre. Die beiden weisen diese angebliche Tat von sich und
vermuten, dass die russische Polizei alle kritischen Stimmen vor dem
G8-Gipfel, der am morgigen Samstag startet, loswerden will. Die
Studenten sollten für eine Studienarbeit eine Fotoreportage anfertigen.
Nach Ansicht des fzs ist der Umgang mit den beiden Studenten völlig
inakzeptabel. fzs-Vorstandsmitglied Regina Weber: "Sie waren im
Rahmen ihrer Studienarbeit völlig friedlich unterwegs. Es gab keinen
Grund für die Verhaftung. Das ist pure Einschränkung der
Meinungsfreiheit." Mittlerweile hat das deutschen Konsulat in St.
Petersburg Kontakt zu den beiden aufgenommen und Besuchsrecht
erwirkt. Weber: "Die Bundesregierung muss alles mögliche tun, um die
Freilassung zu erwirken. Auch Frau Merkel muss sich für die beiden
einsetzen." Unklar ist nach Angaben des fzs, wie viele Personen sonst
noch unter Angabe von fadenscheinigen Gründen unschuldig festgenommen
worden sind.